- Geschrieben von Michaela Bernhard
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Protokoll über die Sitzung des Arbeitskreises Sport und Soziales
am Mittwoch, 22. Juli 2015 im Sitzungssaal der Gemeinde Oberschneiding
Eröffnung und Begrüßung
Die Vorsitzende Claudia Anzinger begrüßte alle Arbeitskreismitglieder (Teilnehmer siehe Anlage) sehr herzlich. Besonders begrüßte sie den Leiter des Antoniusheims in Münchshöfen, Herrn Uhl, sowie den Pflegedienstleiter dieser Einrichtung, Herrn Hierold.
Claudia Anzinger informierte, dass sich Barbara Hottner für diese Sitzung entschuldigt und gleichzeitig ihr Amt als Schriftführerin niedergelegt habe, weshalb ein neuer Schriftführer zu bestellen sei.
Zur neuen Schriftführerin wurde Gertraud Seifert gewählt.
Ergänzungs- bzw. Änderungswünsche zum Protokoll der Arbeitskreissitzung vom 18. Juni 2015 wurden nicht geäußert.
TOP 1: Vorstellung verschiedener Konzepte „Leben im Alter mit Betreuungsbedarf“
Katholische Jugendfürsorge Regensburg (Träger des Antoniusheims in Münchshöfen)
Die Vorsitzende informierte, dass die Kath. Jugendfürsorge Regensburg bereits mit dem Antoniusheim in Münchshöfen vor Ort sei. Eine Einbeziehung des Antoniusheims in Planungen der Gemeinde hinsichtlich einer guten Betreuung von Senioren und kranken Mitbürgerinnen und Mitbürgern wäre deshalb wünschenswert.
Der Leiter des Antoniusheims, Herr Uhl, bedankte sich für die Einladung und stellte die verschiedenen Einheiten des Antoniusheims vor.
Er informierte die Arbeitskreismitglieder, dass derzeit 100 Plätze im Antoniusheim zur Verfügung stehen (50 Einheiten für Menschen mit geistiger Behinderung und 50 Einheiten für Menschen mit Pflegebedarf); zusätzlich verfüge das Heim über eine Kurzzeitpflege, in der Patienten bis zu 28 Tagen betreut werden können. Außerdem werden fünf geistig behinderte Personen in einer Außenwohngruppe in Straßkirchen betreut, in der die Gruppe ihren Alltag nahezu selbständig bewältigt.
Er betonte, dass er sehr interessiert sei, im Ort Oberschneiding die Wohn- und Betreuungssituation für ältere Menschen zu verbessern und wies darauf hin, dass bereits vor einiger Zeit mit der Gemeinde Oberschneiding diesbezügliche Gespräche stattgefunden haben.
Wohngemeinschaft Intensivpflege
Dr. Cora Nothnagel stellte das Konzept einer Wohngemeinschaft Intensivpflege vor, bei der intensivpflichtige, beatmete Patienten in einer Wohngemeinschaft von einem Pflegedienst 24 Stunden am Tag betreut werden. Die Immobilie, die auf diesen Zweck ausgerichtet sein muss (Größe der Zimmer, Badeinrichtung, Gemeinschaftsraum für die Pflegekräfte, Küche, etc.) wird z.B. von der Gemeinde gestellt, die sie dann entweder in Eigenregie an die Patienten oder an einen Anbieter weitervermietet, der sich um alles weitere kümmert (Pflege, Patienten, etc.). Ein solcher Anbieter sei z.B. „Helping Hands“ mit Sitz in Mitterfels oder auch überregional wie z.B. Bonitas, Dt. Fachpflege oder "Gepflegtes Wohnen". Die Betreuung intensivpflichtiger Menschen stellt einen eigenen Zweig in der ambulanten Pflege dar.
Pflegedienstleister Hierold fügte an, dass „intensive Pflege“ im Antoniusheim Münchshöfen nicht geleistet werden könne.
Senioren Wohngemeinschaft
In den Wohngemeinschaften leben ältere Menschen selbstverantwortlich zusammen. In den Gemeinschaftsräumen (Küche, Bad, Wohn-/Esszimmer) finden ein zusammen geführter Haushalt und das tägliche Miteinander statt. Die Haushalts- und Gartenarbeit wird gemeinsam ausgeführt, oder, sollte das nicht mehr möglich sein, durch zu mietende Dienstleister erledigt. Kommunikation und Gemeinschaft werden aktiv gefördert, um eine Isolation des Einzelnen zu vermeiden. Jeder Bewohner verfügt über ein eigenes Zimmer, damit er seine Rückzugsmöglichkeit hat und seine Privatsphäre bewahren kann. Sollte der Bewohner zunehmend pflegebedürftig werden, kann er entweder in seinem Zimmer bleiben mit Hilfe von Pflegekräften, die ihn je nach Bedarf wenige Stunden bis zu 24 Stunden versorgen oder er geht dann z.B. ins Antonius-Pflegeheim. Optimal wäre es, wenn z.B. die Pflegekräfte, die in der WG pflegen, in einer Kooperation bereits vom Antoniusheim gestellt werden würden, so dass beim Wechsel in das Heim, bereits bekanntes Pflegepersonal vor Ort ist.
Betreutes Wohnen
Hier mietet (oder kauft) der Senior ein Ein-Zimmer-Appartement und versorgt sich selbst. Der Mieter kann zudem für seine individuelle Versorgung, für Hilfe- und Pflegeleistungen, Verträge mit Dienstleistern vereinbaren. Der Kontakt zu anderen Bewohnern findet entweder im Gemeindeleben statt oder in einem zu schaffenden Aufenthaltsraum. Es handelt sich hier also um keinen gemeinsamen Haushalt mehrerer, sondern um lauter einzelne Immobilien mit jeweils eigener Versorgung.
Als Beispiel für eine solche Wohngelegenheit wurde das Betreute Wohnen im Königshof genannt, das durch die Caritas Sozialstation vertreten durch den Caritasverband Straubing-Bogen e.V. betreut wird. Die Wohnungen können nur von Menschen mit Betreuungsbedarf gemietet werden. Die Wohnungen selbst können als Kapitalanlage gekauft werden, fallen jedoch bei Tod des Eigentümers wieder an den Königshof zurück. Zu den Leistungen des Betreuungsvertrages werden zusätzlich folgende Dienste angeboten: Leistungen der häuslichen Krankenpflege, Leistungen der Pflegeversicherung, Hauswirtschaftliche Hilfen, Einkaufsdienste, Begleitung bei Aktivitäten, Menüdienst.
In der Wohngemeinschaft Intensivpflege und beim betreuten Wohnen werden nicht nur Menschen aus dem Gemeindegebiet angesprochen, sondern es handelt sich um ein überregionales Angebot für Menschen aus unterschiedlichen Gemeinden und Landkreisen. Anders als bei der Senioren-WG, in die v.a. Menschen ziehen, die sich bereits vorher kennen und mögen und damit i.d.R. aus der Gemeinde stammen.
Wallersdorfer Betreuungsgruppe
Maria-Luise Bumes stellte das Konzept der Wallersdorfer Betreuungsgruppe vor. Hierbei wurde vom Markt Wallersdorf ein Einfamilienhaus gekauft, welches nun an die Caritas zur Betreuung von demenzkranken Personen vermietet wurde.
Betreut werden bis zu elf Personen an max. zwei Tagen pro Woche. Die Abrechnung der Betreuungskosten mit der Pflegekasse (10,-- € pro Stunde) wird von der Caritas vorgenommen. Großer Wert werde auf ganz alltägliche Abläufe gelegt, wie zum Beispiel das gemeinsame Zubereiten des Mittagessens. Die Vorsitzende ergänzte, dass es sehr oft auch um die Entlastung der Angehörigen gehe; ferner wies sie darauf hin, dass sich einige Arbeitskreismitglieder am Tag der offenen Tür selbst ein Bild von der Einrichtung machen konnten.
Die Arbeitskreismitglieder diskutierten über die verschiedenen Möglichkeiten von „Seniorenwohngemeinschaften“ bis hin zum „Betreuten Wohnen“.
Herr Uhl und Herr Hierold informierten, dass sie bisher keine Berechtigung haben, eine Wohngemeinschaft für Senioren, die im Bedarfsfall in ein Betreutes Wohnen übergehen würde, zu betreiben. Darüber müsste erst verhandelt werden; Interesse würde aber auf alle Fälle bestehen.
Die Arbeitskreismitglieder waren sich darin einig, dass es eine große Bereicherung für die Gemeindebürger wäre, wenn sie, weil sie auf fremde Hilfe angewiesen sind und deshalb das eigene Zuhause verlassen müssen, wenigstens im Ort Oberschneiding verbleiben könnten.
Abschließend fasste die Vorsitzende zusammen, dass man im Rahmen der Dorferneuerung die Wohn- und Betreuungssituation in der Gemeinde Oberschneiding auf alle Fälle verbessern möchte. Die verschiedenen vorgestellten Konzepte schließen einander nicht aus, sondern sollten langfristig gesehen, zu einem Gesamtkonzept führen. Wünschenswert wäre die Verwirklichung einer Wohneinheit, in der je nach Bedarf, verschiedene Dienstleistungen (Essen, Reinigungsdienste, Pflegedienste) zugebucht werden könnten.
Bis zur nächsten Arbeitskreissitzung wird versucht, Zahlenmaterial bzgl. der Wirtschaftlichkeit solcher Einrichtungen zu ermitteln.
TOP 2: Konzept des ehrenamtlichen Besuchsdienstes des Marktes Wallersdorf „Füreinander – Miteinander“
Maria-Luise Bumes stellte das Konzept des ehrenamtlichen Besuchsdienstes „Füreinander – Miteinander“ vor. Seit 2013 unterstützen inzwischen 16 ehrenamtliche Helferinnen insgesamt 12 Senioren durch Fahr-, Begleit- oder Besuchsdienste für ca. 1 Stunde pro Woche. Ein absolut wünschenswertes ehrenamtliches Projekt, welches aber in der Praxis nicht immer einfach zu organisieren ist.
Die Vorsitzende erläuterte, dass es in Oberschneiding bereits einen Kranken-Besuchsdienst durch den Pfarrgemeinderat, einen privaten Besuchsdienst im Antoniusheim und ein regelmäßiges Treffen der Seniorengruppe gebe. Vielleicht könnte man diese bereits vorhandenen Einrichtungen künftig noch weiter ausbauen.
Um die Senioren in die diesbezüglichen Planungen mit einzubeziehen, wird zu einer der nächsten Sitzungen die Leiterin der Seniorengruppe, Frau Christa Raab, eingeladen werden.
Bürgermeister Ewald Seifert ergänzte, dass sich alle älteren Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen und Fragen gerne auch an die Seniorenbeauftragte der Gemeindeverwaltung Oberschneiding, Frau Rita Pflieger, wenden können (Montag und Dienstag, Tel. Nr. 8504-32).
TOP 3: Beachvolleyballplatz
Gertraud Seifert bedankte sich bei Herrn Schreiner von der Verwaltungsgemeinschaft Aiterhofen, der dem Arbeitskreis Informationen über die Entstehung der Beachvolleyballplätze in Oberpiebing und in Aiterhofen gegeben hat. Sie erläuterte, dass für den zuletzt errichteten Platz in Oberpiebing von Herrn Schreiner eine Aufstellung zur Verfügung gestellt wurde, aus der hervorgeht, dass dieser Platz (ohne Grundstückskosten) im Jahr 2007 Kosten in Höhe von ca. 12.000€ verursacht hat. Sollte ein Beachvolleyballplatz in die Vorschläge für die Dorferneuerung mit aufgenommen werden, müsste man hierfür einen ungefähren Kostenansatz von 20.000€ vorsehen. In diese Steigerung mit eingerechnet ist zum einen die Auffüllung des Platzes mit dem für Beachvolleyball besser geeigneten, aber kostenintensiveren Quarzsand (schließt Löcher fast von alleine, trocknet schneller ab) und zum anderen eine gewisse Preissteigerung in den vergangenen acht Jahren.
Die Arbeitskreismitglieder nahmen diese Kostenaufstellung zur Kenntnis und baten gleichzeitig um die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs für einen solchen Platz. Hierzu schlug Bürgermeister Ewald Seifert vor, evtl. im nächsten Gemeinde-informiert eine Umfrage zu starten. Denkbar sei diese Form der Bürgerbeteiligung auch für andere Vorschläge im Rahmen der Dorferneuerung.
Diskutiert wurden mögliche Standorte beim Freibad oder am Sportgelände bei der Grundschule. Dazu wurden folgende Diskussionspunkte erörtert:
Freibad: - erst kürzlich wurden neue Spielgeräte aufgestellt
- Nähe zum Freibad
- durch den mitgeführten Sand wird möglicherweise aber die Technik des Naturbades in Mitleidenschaft gezogen
Sportgelände: - für das Grundstück der Kugelstoßbahn an der Grundschule liegt ein Antrag auf Errichtung eines dritten Tennisplatzes durch den TSV Oberschneiding vor
- Jugendliche fühlen sich am Standort Sportplatz unbeobachteter und deshalb wohler
Ergänzend fügte BGM Seifert an, dass bei Auflösung der Kugelstoßbahn am Sportplatz dieses Grundstück nur einmal verwendet werden könne, sich vielleicht aber im Rahmen des neuen Baugebietes Richtung Niederwalting eine neue Nutzfläche für einen Beachvolleyplatz ergeben könnte.
TOP 4: Sonstiges und Termine
a) Notfallmappe des Marktes Wallersdorf
Marie-Luise Bumes stellte die Notfallmappe des Marktes Wallersdorf vor. Diese Mappe enthält verschiedene Formulare (z.B. Patientenverfügung) und Vordrucke (z.B. Medikamenteneinnahme, Vorgehen bei einem Sterbefall), welche einen besser auf einen Notfall vorbereiten und das Handeln bei einem tatsächlichen Notfall erleichtern sollen. Die Arbeitskreismitglieder würden es begrüßen, wenn die Gemeinde Oberschneiding ebenfalls eine solche „Notfallmappe“ zum Mitnehmen in der Gemeindeverwaltung auslegen würde. Ein Exemplar der Notfallmappe des Marktes Wallersdorf wurde an Bürgermeister Ewald Seifert übergeben.
b) Termine
Die Vorsitzende Claudia Anzinger gab folgende Termine bekannt:
- Ende September 2015: Erfahrungsfahrt mit Rollstühlen, Rollatoren und sonstigen Gehhilfen durch Oberschneiding (Rollstühle bzw. Rollatoren stellen Frank Kiermeier, Michael Hochstraßer und das Antoniusheim Münchshöfen zur Verfügung)
- Ende September 2015: nächste Arbeitskreissitzung Sport und Soziales (u.a. Vorstellung des „Helfer-vor-Ort-Konzepts“ mit evtl. Anschaffung eines Defibrillators)
- 26./27. September 2015: 1225-Jahr-Feier der Gemeinde Ober-schneiding: Christian Schambeck bat um Unterstützung bei der Durchführung
- 02. August 2015: Christian Schambeck informierte über die offizielle Einführung der neuen, nach Münchshöfener Brauart hergestellten, Biersorte „Onkel Pepps Märzen“ im Rahmen des Biergartenfestes der FFW Niederschneiding und lud herzlich dazu ein.